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Das GRP war eines der drei Pilotprojekte des Global Resources Program von AAU/ARL. Die ursprüngliche Bezeichnung „German Demonstration Project" wurde 1998 geändert, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß es sich um ein Langzeitprojekt handelt, mit dem Schwerpunkt, die effiziente Erwerbung, Nutzung und Verwendung von deutschsprachigen Materialien in nordamerikanischen Bibliotheken zu verbessern, und gleichzeitig eine engere Zusammenarbeit mit deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken zu pflegen. In Anbetracht der zwingenden Notwendigkeit der Bibliotheken, effizienter zusammenzuarbeiten und Ressourcen zu teilen, nutzt das Projekt intensiv neue Technologien, um Bestände transparenter zu machen, die Kooperation von Einrichtungen zu erleichtern und Beziehungen hinsichtlich der Bestandsentwicklung aufzubauen in einer sich dauernd ändernden Bibliothekslandschaft.

In dieser Form der Zusammenarbeit steht der Zugang zu Materialien nicht ihr Besitz im Mittelpunkt. Das GRP wird Bibliotheken helfen, ihre Langzeitinvestitionen im Bereich der deutschsprachigen Forschungsliteratur zu maximieren. Um dies zu erreichen teilt sich das Projekt in vier Arbeitsgruppen. 1) Bestandsaufbau 2) Dokumentlieferdienste 3) Digitale Forschungsbibliotheken 4) Kontrolle bibliographischer Daten. Die Aufgaben der Arbeitsgruppen beinhalten den Aufbau eines Routinebetriebs der Dokumentlieferung zwischen deutschen und amerikanischen Bibliotheken, Vereinheitlichung von Katalogisierungsregelwerken, die Erarbeitung von Standards in der Metadatenanwendung, die Bereitstellung von Bestandsentwicklungsinstrumenten, die Zusammenarbeit digitaler Bibliotheken durch Projekte zu pflegen, und Informationsquellen in Form von Berichten zu erarbeiten, die sich auf Bestandsentwicklungspraktiken beziehen.

Den Vorsitz des Projekts führen Dr. Louis Pitschmann (University of Alabama) und Thomas Kilton (University of Illinois).

German Resources Project : Geschichte des Projekts

Das GRP war eines der drei Pilotprojekte des Global Resources Program von AAU/ARL. Die ursprüngliche Bezeichnung „German Demonstration Project" wurde 1998 geändert, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß es sich um ein Langzeitprojekt handelt, mit dem Schwerpunkt, die effiziente Erwerbung, Nutzung und Verwendung von deutschsprachigen Materialien in nordamerikanischen Bibliotheken zu verbessern, und gleichzeitig engere Zusammenarbeit mit deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken zu pflegen. Zur Zeit (November 2001) arbeiten 50 ARL- und deutsche Bibliotheken zusammen.

Wie die anderen Projekte im Global Resources Programm stellt sich das GRP der Herausforderung, forschungsrelevante Materialien für nordamerikanische Bibliotheken zu sammeln. Hier setzt sich eine Tradition fort, die im 18. Jahrhundert mit der Gründung einer modernen Universität in Göttingen begann. Die wissenschaftlichen Publikationen Deutschlands sind herausragend und international anerkannt. In zahlreichen Fächern wie z.B. Archäologie, Theologie, Alte Geschichte, Sprachwissenschaft, Philosophie und Musik ist die Kenntnis der deutschen Forschungslage Voraussetzung für die eigene wissenschaftliche Arbeit. In Deutschland werden jährlich mehr Bücher publiziert als in den USA (obwohl die Bevölkerung im Vergleich mit den USA bei nur einem Drittel liegt). Auch wenn das deutsche Publikationswesen sehr gut organisiert ist, so stellt doch die Fülle des Materials eine besondere Herausforderung für die wissenschaftlichen Bibliotheken in Nordamerika dar, insbesondere der Versuch, die Forschungsliteratur der deutschsprachigen Länder in angemessenem Umfang zu sammeln.

In den letzten 20 Jahren konnten die Erwerbungsetats nicht mit der wachsenden deutschen Forschungsliteratur Schritt halten. In Zusammenhang mit der hohen Inflationsrate für deutsche Bücher, wurden nordamerikanische Bibliotheken mit einschneidenden Sparmaßnahmen bei deutschsprachigen Publikationen konfrontiert. Sogar die großen amerikanischen wissenschaftlichen Biblioheken mußten erkennen, daß sowohl in finazieller als auch in organisatorischer Hinsicht ein systematischer Bestandsaufbau in verschiedenen Disziplinen in deutscher Sprache unmöglich wurde. Effiziente Dokumentlieferdienste erlauben es nun,den Bibliotheken in der Tat auf diese Weise Nutzerwünsche nach wissenschaftlichen Materialien zu erfüllen.

Deshalb entschied 1992 das Global Resources Program, deutschsprachige wissenschaftliche Literatur als Förderschwerpunkt miteinzubeziehen. Mithilfe neuer Technologien, und in Anbetracht der Notwendigkeit Austausch und Zusammenarbeit von Bibliotheken zu verstärken, hat sich das Projekt als Ziel gesetzt, wechselseitige Beziehungen durch die Verlagerung des Bestandsaufbaus zu schaffen. Indem sich der Bestandsaufbau von der Besitzorientierung zur Zugangsorientierung wandelt, soll den Bibliotheken ermöglicht werden, ihre Langzeitinvestitionen in deutschsprachige Forschungsliteratur zu maximieren. Wenn sich der Schwerpunkt auf den Zugriff verlagert, wird es den Bibliotheken möglich sein, einen Teil des Budgets darauf zu verwenden, effiziente Recherchemöglichkeiten bereitzustellen, um notwendige Materialien in einem Universum von Quellen ausfindig zu machen, und um Mechanismen zur Dokumentlieferung zu schaffen.

Mit Unterstützung der Mellon Foundation trafen sich im Sommer 1998 deutsche und amerikansiche Bibliothekare der teilnehmenden Institutionen an der Library of Congress um die Projektziele zu entwickeln und Langzeitpläne zu entwerfen. Die Konferenz vereinbarte, in einem Zeitraum von zwei Jahren den Zugang zu forschungsrelvanten Materialien bei den teilnehmenden Bibliotheken zu verbessern, Vereinbarungen/Absprachen in Hinsicht auf deutsche und amerikanische Digitalisierungsprojekte zu treffen und schließlich die Dokumentlieferdienste zu vereinfachen. Dr. Elmar Mittler von der SUB Göttingen wird das Projekt koordinieren. Die finanzielle Förderung wird Abstimmungen zur Schaffung von digitalen Forschungsbibliotheken unterstützen, wird Dokumentlieferdienste verbessern und zu einem Bericht führen, der Wege der Zugangsverbesserung zu deutschen digitalen Quellen und Internetpublikationen aufzeigt.

Aufgrund der Empfehlungen dieser Konferenz bildeten sich vier Arbeitsgruppen. 1) Dokumentlieferdienst 2) Bibliographische Kontrolle 3) Digitale Bibliotheken 4) Bestandsaufbau. Die Ziele aller vier Gruppen, die sich aus Bibliothekaren der teilnehmenden Institutionen zusammensetzen, ist es, sich der neuen Technologien zu bedienen, um Wege zu erforschen und zu entwickelen, die zu effizienter Zusammenarbeit und effizientem Austausch führen sollen. Die Aufgaben der Arbeitsgruppen beinhalten den Aufbau eines Routinebetriebs der Dokumentlieferung zwischen deutschen und amerikanischen Bibliotheken, die Vereinheitlichung von Katalogisierungsregelwerken, die Erarbeitung von Standards in der Metadatenentwicklung, die Bereitstellung von Bestandsentwicklungsmethoden, die Zusammenarbeit digitaler Bibliotheken durch Projekte zu pflegen, und Informationsquellen in Form von Berichten zu erarbeiten, die für landesweite Bestandsentwicklungspraktiken Gültigkeit haben.

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(Last modified 16 Nov 2001)